Die koordinierte Schussauslösung

Um im Schiesssport erfolg zu haben empfiehlt es sich das man die Handlungsfolge
anhand von Leitmotiven steuert.

Genau gleich wie  bei einem durchschnittlich routinierten Automobilisten anhand
des Erscheinens des Rotlichts sämtliche Notwendigen Handlungsfolgen automatisch
aus dem Langzeitgedächtnis abgerufen werden.

Versuche mal nachzuvollziehen wie viele Bewegungen und Handlungsfolgen das sind.

Wir erfahren, dass es uns Mühe bereitet, alle Handlungsfolgen und Bewegungen
in der richtigen Reihenfolge und Zeitgerecht aufzuzeigen.

In der Praxis aber, haben wir damit keine Mühe.

Die Treppe als Leitmotiv der Handlungsfolge:

Wir Arbeiten mit der Treppe als Leitmotiv. Eine Treppe
ist klar definiert, um Höhen zu überwinden. Meistens
wird aber nur die aufsteigende Seite bemerkt, ohne
zu überdenken, dass eine Treppe auch absteigend begangen wird.

Präzision in der Handlungsfolge:

Wir wollen uns der Sanduhr bedienen, um deutlich zu machen, mit welcher Regelmässigkeit und Präzision wir jeden Schuss neu auslösen. Das heisst, wie Regelmässig wir unsere Treppe gehen.

Ist der Vorgang beendet oder die Sanduhr abgelaufen, drehen wir diese um, und der Vorgang wiederholt sich mit der gleichen Genauigkeit.

Der Schütze ist aufgefordert, seine Genauigkeit und Regelmässigkeit in der Handlungsreihenfolge der Sanduhr anzugleichen.

Handlungsablauf einer Schussfolge:

1. Treppenstufe: Pulsregulation: Mit der Pulsregulation wird der Puls des Wettkämpfers auf den tiefstmöglichen Wert gesenkt. Die Atemtechnik ist dabei ein wesentlicher Faktor für das Gelingen. Es geht darum, mit Hilfe der Atmung und höchster Konzentration, diese Situation zu erreichen. Diese hohe Anstrengung fordert dem Hirn soviel Konzentrationsfähigkeit ab, dass wir das Umfeld von uns abkoppeln und somit die Wahrnehmungen, welche störend sind, gar nicht empfinden.

2. Treppenstufe: Die Druckverhältnisse in der Abzugshand sind für die Schussauslösung die Grundlage jedes erfolgreichen Abziehens. Das richtige Erfassen des Druckpunktes ist erforderlich, damit der Schuss im entsprechenden Moment sofort ausgelöst werden kann. Die Abzugshand umfasst die Waffe mit Kraft und spannt sie somit wie in einen Schraubstock ein. In der Liegend und Kniendstellung darf die Waffe niemals mit Kraft gegen die Schulter gezogen werden. 

3. Treppenstufe: Bei der Erfassung des Zielbilds ist es von grosser Bedeutung, dass der Schütze sich nur auf das Korn in Gegenüberstellung zur Scheibe konzentriert. Das Zielbild muss vertraut sein.

4. Treppenstufe: Abzug in den Körper aufnehmen. Das heisst, dass der Abzugsvorgang so durchgeführt wird, dass wir vom Druckpunkt den Abzug kontinuierlich langsam gegen den Schützen ziehen, bis er am Anschlag steht. Die Selbstkontrolle, dass wir den Abzug wirklich mit Kraft an den Anschlag gezogen haben, ist von grösster Bedeutung.

5. Treppenstufe: Mit Hilfe des Nachhaltens wird während der Schussauslösung der Ausschlag des Korns genau betrachtet. Somit ist der Schütze in der Lage, die Trefferlage vorauszubestimmen, bevor der Wert angezeigt wird. Bei elektronischen Trefferzeigeanlagen darf die Entwicklung des Schusswerts nicht mehr beobachtet werden können. Das heisst, dass beim Anblick der Trefferzeigeanlage der Schusswert statisch stabil ist. Schützen, welche früher auf den Monitor blicken, haben einen ungenügenden Nachhaltevorgang, und somit ist eigentlich die Tatsache erfüllt, dass
der Schuss abgerissen wurde.